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Fliegerdemonstration Axalp 2007

- von Chris Heller -

Am 10./11. Oktober 2007 fand die alljährliche Leistungsschau der Schweizer Luftwaffe auf dem Schießplatz Axalp Ebenfluh statt. In einem dicht besiedelten Land, das in der Ebene wenig Platz für Manövergebiete lässt, ist muss man dazu Alternativen finden. Daher liegt der Schießplatz Ebenfluh auf etwa 2200m Höhe! Vor dem eindrucksvollen Panorama des Hochgebirges bietet das Fliegerschießen den begeisterten Zuschauern einen ganz besonderen Reiz! 

Das Axalphorn erhebt sich vom Brienzer See bis auf 2321m. Der Schießplatz liegt wie eine u-förmige Arena vor den Zuschauern, die Rechte Seite ist zum Tal hin geöffnet. Gegenüber steigen die Hänge steil bis auf über 3000m an! Die Bodenziele befinden sich in "Neun Uhr" und etwa "Elf Uhr" des Zuschauers. Das bedeute, dass die Flugzeuge entweder von rechts anfliegen oder aber über die Zuschauer hinweg. 

Alleine der Aufstieg schon ist ein Erlebnis! Vom Brienzer See aus fährt man auf engen Sträßchen zum Ort Axalp auf. Von dort hat man zwei Möglichkeiten. Entweder man nimmt die Sesselbahn bis Windegg, oder man sattelt des Schusters Rappen schon jetzt. Wir wählten den bequemeren Weg und saßen gegen 06:30h in der Sportbahn Windegg. Wer denkt, dass man so der sportlichen Betätigung entkommt hat sich schwer getäuscht! Im Anschluss steht ein beschwerlicher, anderthalbstündiger Aufstieg  zum Axalphorn an. In der dünnen Höhenluft, und mit mehreren Kilos an Fotoausrüstung, ist das für Ungeübte ein Bewegen im Grenzbereich. Gutes Schuhwerk, die passende Bekleidung und ein T-Shirt zum Wechseln sind wirklich unerlässlich!

Und die Begeisterten kamen in Scharen! Mehrere Tausend Zuschauer, Junge, Alte, gar ganze Familien nahmen die Strapazen auf sich. Hier merkt man, dass das schweizer Militär einen ganz besonderen Stellenwert in der Bevölkerung hat. Und nicht nur dort - die Parkplätze waren von holländischen und deutschen Fahrzeugen nahezu übersät. Schade, dass ein solches Event bei uns undenkbar geworden ist! 

Das Programm beginnt pünktlichst um 14:00 mit dem Display des Cougars. Eingeleitet mit dem Verschuss von über 100 Flares! Die Wetterbedingungen haben im hochalpinen Umfeld natürlich großen Einfluss auf das Programm. In diesem Jahr war uns am 10.10.07 der Wettergott leider nicht ganz gnädig! Ständig zogen Wolken durch den Schießparcous und die Bedingungen änderten sich quasi minütlich. Die Folge war der Abbruch des Programms nach einer aufregenden Stunde. Aber es hatte auch etwas Gutes, selten sieht man so ausgeprägte Ablösungen!

Glücklicherweise hatten wir uns schon sehr früh auf den Weg gemacht und das vormittagliche Training in voller Länge genossen! Leider war die Patrouille Suisse im Training diesmal nicht vertreten, aber im nächsten Jahr sind wir sicherlich wieder vor Ort um auch diesen Programmpunkt zu erleben.

Der Sonnenaufgang entschädigte für den anstrengenden Aufstieg! Die unten zu sehende Wolkenbank wollte voher durchstiegen werden. Für den Großstädter ein echtes Erlebnis! Zum Schluss waren kleine Schritte und flaches, schnelles Atmen gefragt!

Inzwischen hat sich die Flotte der schweizer F-5 auf die Hälfte reduziert. 12 Maschinen sind nun in Österreich im Einsatz um die außer Dienst gestellten Draken zu ersetzen, 32 Flugzeuge sind interessanterweise wieder in den USA. Dort werden Sie von der Navy und vom Marine Corps zur Feinddarstellung eingesetzt. Als Aggressoren haben sie sehr spektakuläre Lackierungen erhalten!

Ein großartiges Panorama! Das Bild gibt einen kleinen Einblick in die zu bewältigen Strapazen. Die zu sehende Hügelkuppe unten, war etwa nach drei Vierteln des Aufstieges erreicht. Anschließend war ein kleines Tal zu queren, bevor man zum Schießplatz aufgestiegen war.

Inzwischen haben sich mehrere Tausend begeisterte Zuschauer eingefunden!

Die Organisation war perfekt! Bewirtung und Infrastrukur auf dieser Höhe sind nicht Einfach zu bewältigen. Die wahrscheinlich höchsten Dixiklos zu diesem Zeitpunkt in den Alpen. Man bemerke die professionelle Verzurrung! Nicht auszudenken, welchen Weg das Klo beim Wetterumschwung mit seinem Passagier beschreiben möchte....

Pünktlichst um 14:00h beginnt die Show mit dem schweizer Cougar.. hier kann man seine Uhr nach stellen. Intro ist der Abschuss von mehr als 100 Flares...

Linkerhand, quasi in der "Westkurve" der Arena, befinden sich Bodenziele. Wenn die Flugzeuge, von rechts in das offene U einfliegen, befinden sie sich selten oberhalb der Zuschauer!

Ihren ersten von insgesamt 12 Cougar erhielt die Schweizer Luftwaffe im Jahre 2001. Einsatzgebiete sind Lufttransport, Search and Rescue und Löscheinsätze. Bis auf zwei Hubschrauber wurden alle Cougar bei RUAG in Emmen gefertigt. Der Cougar kann, neben der zweiköpfigen Crew,  noch bis zu 25 ausgerüstete Soldaten transportieren.

Wie schon beschrieben, war die Organisation perfekt! In Deutschland undenkbar, wurden per Hubschrauber die luftigen "Verpflegungsstationen" ständig mit Nachschub in Form von Grillgut und kaltem Bier versorgt. Dazu wurde der Zuschauer aufgefordert, fliegende Gegenstände gut  festzuhalten. Anschließend landetet die Alouette inmitten der Gäste ihre kostbare Fracht an!

Das Display ist wirklich nah am Zuschauer!

Es war nicht ganz so einfach, im Downwash des Rotors seine Fotos zu schießen! Wo kommt man aber ansonsten so nah an einen Heli ran...?

Ich möchte weder mit dem Helfer in der Tür, noch mit dem Patienten auf der Trage tauschen! Das ist nichts für Leute mit Höhenangst! Die Abfahrt mit der Sesselbahn war schlimm genug! ;-)

Die Hornets eröffneten den Reigen des Trainings. Leider hatte ich beim Anflug der beiden Ersten die Kamera noch nicht parat. Später wurde beim Verschießen von Flares gegeizt. Nur noch der Cougar bot Feuerwerk vom Feinsten. Aber die feuchte Morgenluft bot andere, interessante Impressionen des Multirolefighters!

Retter und "Windenmann" stehen ständig per Handzeichen und Helmfunk in Verbindung! Es gibt wenig Rettungsdienste, die einen solchen Erfahrungsschatz bieten wie die REGA.

Die Axalp hat einen gewaltigen Nachteil: Gegenlicht im Überfluss! Aber auch das hat  manchmal seinen Reiz! Ergeben sich doch manch schöne Effekte!

Von der leiseren Sorte war der Absprung der Schweizer Fallschirmaufklärer. Ihre Aufgabe ist die Aufklärung, aber auch die Bekämpfung wichtiger Ziele. Vergleichbar mit den Aufgaben unserer KSK-Kräfte. Hier sieht man wieder gut die wechselnden Bedingungen. Blauer Himmel - Minuten später wieder dichte Wolken im Parcours!

Auch die Tiger können sich in ihren Ablösungen fast verstecken....

Nach dem Abfeuern der "Kriegsgarbe" dreht der Tiger nach links weg...

Selbst die Fraktion der Helis haben ihren Beitrag zum Thema Ablösungen erfüllt! Selten sieht man diese in einer solchen ausgeprägten Form! Der Cougar bei seinem spektakulären Display.

Das Feuer mit Sprengmunition liegt exakt im Ziel! In der Regel wird mit "normaler" Munition geschossen. Sekundärexplosionen im Ziel sind somit ein echtes Highlight!

Für die Luftverteidigung beschaffte die Schweiz zwischen 1997 und 1999 insgesamt 34 F/A-18 Hornet. Bis auf zwei Stück wurden alle in Lizenz in der Schweiz gefertigt. 26 sind Einsitzer vom Typ F/A-18C und 8 Doppelsitzer vom Typ F/A-18D. Den hohen Belastungen des Luftkampfes Rechnung tragend, modifizierte die RUAG die Zellen dahingehend, dass die Schweizer Flugzeuge ein höhere G-Belastung aushalten. Dies wurde hauptsächlich durch die vermehrte Verwendung von Bauteilen aus Titan erreicht. Zusätzlich wurde auf der linken Seite, unterhalb des Cockpits, ein Scheinwerfer zur Beleuchtung von abgefangenen Flugzeugen installiert. Geänderte IFF-Antennen oberhalb des Radars und leichtere Pylonen, sogenannte ?Low Drag Pylon? runden die schweizer Modifikationen ab.

Minütlich wurden die Bedingungen schlechter... F-18 beim Abdrehen nach dem Feuern.

Das morgendliche Training beim Schießen auf das Schleppziel fand noch bei besten Verhältnissen statt. Die Show am Nachmittag wurde bei diesem Programmpunkt abgebrochen... Hier sieht man den "Kutscher" voll in "die Eisen steigen" um hinter dem Schleppsack eng einzukurven....

War der Himmel beim Anflug der Tiger noch blau...

Gezogen wurden die Schleppsäcke von Tigern in der Lackierung der PS. Leider sollten sie die Einzigen während unseres Aufenthaltes bleiben... Man sieht, dass das Fliegen im Hochgebirge seinen besonderen Reiz hat. Wo sonst kann man Flugzeuge vor einer solch grandiosen Kulisse sehen?

..so flogen die Hornets in einer farblosen Suppe an - dennoch gab es sehr schöne Moment feszuhalten!

Hier gibt die "J-5022" ihre Garbe auf den Schleppsack ab. Zu diesem Zeitpunkt erfolgten die Anflüge von rechts aus dem Rücken der Zuschauer. Es ist ein bleibendes Erlebnis, wenn beim Überflug, die Kanone direkt über dem Kopf des Zuschauers ausgelöst wird...

Abdrehen im Dunst. Ablösungen vom Feinsten!

Anschließend zieht die Maschine nach links am Zuschauer vorbei - man könnte das Bild auch als "Air to Air" über Colorado an den Mann bringen...

Kurz voher sah das noch so aus!

Bei den klimatischen Gegebenheiten ließen sich herrliche Stimmungen einfangen!

Mit der Formation von acht Tigern möchte ich den Bericht ausklingen lassen! Vielen Dank an die Organisatoren! Ein Anliegen habe ich aber noch...

Den Reiz des Fliegens im Hochgebirges, dokumentieren die folgenden Fotos. Die Kulisse, mit ständig wechselnden Bedingungen ist einfach überwältigend!

...die Cougarpiloten haben wirklich Herausragendes geleistet! Das "Herausfliegen" der VIPs war eine echte Glanzleistung! Bei den schlechten Bedingungen waren oft mehrere Anflüge auf den Grat nötig. Ich möchte mich bei allen Piloten mit einem dynamischen Bild des Cougars bedanken! Das war ein guter Job!

Im Rahmen des "US Foreign Military Sales Programm" erhielt die Schweiz zwischen 1978 und 1985 insgesamt 98 Einsitzer F-5E und 12 Doppelsitzer F-5F. Diese werden zur Luftverteidigung, zur elektronischen Kriegsführung und als Schleppflugzeug für die Zieldarstellung mit dem Schleppsack eingesetzt. Außerdem ist der Tiger natürlich das Flugzeug der berühmten Kunstflugstaffel "PatrouilleSuisse"

E N D E

 

 

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