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Flugwerk Mannheim

- von Stefan Schmoll -

 Thomas Jülch´s Polikarpow I-16 Rata fliegt ja schon seit diesem Frühjahr in Deutschland. Aber Mitte August fand in Mannheim auch der "offizielle" Rollout statt ? gemeinsam mit der Vorstellung des neuen Vereins www.flugwerk-mannheim.de. Die Vereinsmitglieder haben es sich zum Ziel gesetzt, in der historischen Halle 2 des Flugplatzes Klassiker der Luftfahrt und ihren Fans eine neue Heimat zu bieten. Neben flugfähigen Oldtimern hat die Gruppe auch einige interessante Restaurationsobjekte in der Pipeline.

 

Für www.airventure.de durfte Stefan Schmoll an der nicht öffentlichen Veranstaltung teilnehmen.

 

DAS ist Vereinsarbeit! Um die Rata von Thomas Jülch am Boden zu bewegen, hilft natürlich Jeder gerne ein wenig. Man sieht recht anschaulich, dass der Jäger tatsächlich extrem gedrungen ist.
Am Boden ist Hilfe notwendig, aber ins Cockpit dürfen natürlich nur erfahrene Piloten wie der Eigner Thomas Jülch. Den allerersten Flug auf deutschem Boden hat übrigens der berühmte Aerobatic Pilot Jurgis Kairys aus Litauen absolviert.
WAS für ein Motor. In die unterschiedlichen Rata Versionen wurden sowohl russische M-25 als auch amerikanische Wright Cyclone Motoren mit jeweils rund 700 PS eingebaut.
Das Anlassen des Motors ist jedes Mal ein Ereignis mit viel Qualm und Öl ? ein wahrer Ohren- und Augenschmaus für Liebhaber historischer Maschinen.

Die Polikarpow I-16 Rata war 1933 weltweit das erste Serienflugzeug mit Einziehfahrwerk und freitragenden Tragflügel und somit ein Meilenstein der Luftfahrtgeschichte. Aber so ganz wollte man die "ürsprüngliche" Fliegerei der zwanziger Jahre nicht aufgeben, und so saßen die Piloten auch bei bis zu 450 km/n an der frischen Luft.

Stromlinienförmige Eleganz sieht anders aus ? das kam zwei Jahre später mit neuen Mustern wie Messerschmitt Bf 109 und Supermarine Spitfire auf. So hatte die Rata ihre große Einsatzzeit auch vor dem 2.Weltkrieg im spanischen Bürgerkrieg und in den anderen Konflikten der dreißiger Jahre

Die gedrungene Maschine sieht sehr biestig aus, und besonders die Landung erfordert höchste Konzentration des Piloten. Da ist es schon mal notwendig, einen zweiten Anlauf zu nehmen. Im September können Sie den neuen Star der Warbirdszene auf dem berühmten Oldtimertreffen Hahnweide wieder bewundern.

Die Halle 2 in Mannheim stammt aus den zwanziger Jahren ? aber zumindest die Aufenthaltsräume der Oldtimerflieger sind auf neuestem Niveau. In kurzer Zeit haben die engagierten Mitglieder vom Flugwerk-Mannheim mit viel Engagement eine heimelige und professionelle Vereinsatmosphäre geschaffen.
Die Vereinsmitglieder Tobias Dambach, Claus Blattner und Patricia Wisniewski bei der offiziellen Eröffnungsrede anlässlich der Feierlichkeiten am Freitag, den 14. August.
Nicht nur am Boden, auch unter der historischen Hallendecke sind Schätze zu finden: Hier sehen Sie die zweite Yak-11 sowie eine vor Jahrzehnten verunfallte DH-82 Tiger-Moth, welche die Basis einer zukünftigen Restaurierung bilden kann.
Ein Vereinsmitglied vom Flugwerk hat sich die beiden Yak-11 gesichert, deren Restauration in den letzten Jahren im Münchener Raum begonnen worden ist. Hinten an der Wand ist der Originalrahmen der Maschine zu sehen. Für die geplante fliegende Yak-11 hat die Firma Hartmair einen neuen Rahmen hergestellt.
Aus zwei macht eins. Der Innenflügel stammt von der Yak-11 172630 und dient derzeit nur als Ersatzteilspender für die NVA214, welche eines von drei erhaltenen Exemplaren der ehemaligen Nationalen Volksarmee ist.
Nein, die Yak-11 fliegt nicht nur mit drei Zylindern... Die geladenen Gäste der Veranstaltung konnten sich einen guten Einblick in das Projekt verschaffen, und dazu gehört auch der zerlegte 7-Zylinder Sternmotor Schwezow Asch-21 mit 700 PS Leistung.
Jahrelang hing die Mraz M.1 Sokol (Falke) D-EJZO an der Decke des Technik Museum in Speyer. Jetzt soll der Oldtimer endlich wieder in die Luft gehen. Es handelt sich um eine tschechische Konstruktion aus dem Jahr 1946, auch wenn die elegante Maschine eine gewisse Ähnlichkeit zur deutschen Arado 79 nicht verleugnen kann.
Klemm 107 im Doppelpack. Links die Klemm 107 B D-EFEZ als erstes offizielles Vereinsflugzeug. Die Klemm 107 C D-ELEQ gehört einem Mitglied des Vereins. Das augenfälligste Unterscheidungsmerkmal der beiden Muster ist das breitere Fahrwerk der späteren Version.
Die de Havilland DH-82 Tiger-Moth ist der klassische britische Trainer. Zehntausende Flugschüler im ganzen Commonwealth haben in den vierziger und fünfziger Jahren auf dem gutmütigen Doppeldecker die ersten Motorflugerfahrungen gesammelt. Die in klassischer RAF Lackierung gehaltene D-EXMM ist häufig auf Flugtagen in der Region zu besichtigen.
Die Zlin 126 Trener ist gemeinsam mit dem Modell 26 die Basisversion einer langen Reihe von erfolgreichen Trainings- und Kunstflugflugzeugen aus Tschechien.
Die auf einen Lycoming-Boxermotor umgerüstete schweizer Bücker 131 Jungmann D-EUUZ (ex HB-UUZ) ist erst vor wenigen Wochen in Mannheim eingetroffen. Bisher war die Maschine im bayerischen Landsberg stationiert.
Zwischen den beiden Jungmännern liegen Jahrzehnte. Bei der D-EAVV handelt es sich um ein Rangsdorfer Original mit der Seriennummer 12, während die SP-YPZ vor einigen Jahren in Polen neu gebaut worden ist. Aber Klassiker bleibt Klassiker ? egal, in welchem Jahr er gebaut worden ist.

Die D-EAVV von Victor Artleh ist Original bis ins Detail ? und Baujahr 1937! Am linken Oberflügel ist sogar die damalige Magnesiumfackel angedeutet, welche vor 70 Jahren bei Landungen in der Dunkelheit genutzt worden ist.

Natürlich gehört zu solch einem Original auch der Hirth HM-504 Reihenmotor und nicht irgendein LOM, Tigre oder Lycoming Motor.
Für die Polikarpow Rata hat Thomas Jülch einen ganz besonderen Schlepper: Es ist der Originalgeländewagen sowjetischer Bauart, den der Kommandeur der Roten Armee während des Angriffs auf Berlin Anfang 1945 benutzt hat!

Einige der Besucher kamen standesgemäß mit ihren Maschinen zum Fest. Hier das Yak-50 Kunstflugzeug RA-1050K von Volker Erndt aus Pirmasens www.acroyak.net

In Walldürn ist die Max-Holste Broussard F-GJJM beheimatet. Mit dem urigen Sechssitzer können Sie sicher auch in diesem Jahr beim Oldtimerfestival Hahnweide Rundflüge buchen.
Die Bölkow 209 Monsun D-EFJL ist das Lufttaxi des EADS Heritage Flight aus Manching.
 

 

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