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100 Jahre Hangelar

Im Vorfeld debattierten die Organisatoren, ob es anlässlich des 100-jährigen Jubiläums auf dem Flugplatz Hangelar bei Bonn eine Airshow mit Eintritt oder ein Flugplatzfest mit kostenlosem Zugang für die Bevölkerung geben soll. Glücklicherweise haben sich die Hangelarer für das Flugplatzfest entschieden - denn sagenhafte 50.000 Besucher strömten am 22. und 23. August auf das Gelände und genossen ein Programm am Boden und in der Luft, was so manche kostenpflichtige Airshow in den Schatten gestellt hat.

Für www.airventure.de haben Hartmut Seidel und Stefan Schmoll mitgefeiert.

Teil 1

So "leer" war es am Samstagmittag im Zuschauerbereich. Dank der verkehrsgünstigen Lage des Platzes kamen viele Zuschauer mit dem Fahrrad oder mit der Straßenbahn zum Fest, was sowohl der Umwelt als auch dem Nervenkostüm der Gäste sehr gut getan hatte.

Die Flugplatzgesellschaft hat leider sehr mit der Fluglärmempfindlichkeit einiger in den letzten Jahren neu zugezogener Anwohner zu kämpfen - aber zum Glück haben 50.000 Bürger mit den Füßen abgestimmt und zeigten deutlich, dass die Fliegerei mit all ihren Facetten sehr anziehend sein kann.

Eine Piper Super-Cub ist ja nicht so sehr aufregend. Aber im Verband wie bei der Piper Staffel aus Büsum macht der gemütliche Trainer doch richtig was her.

Die Darbietung der norddeutschen Flieger war eine gute Ouvertüre zu einer Staffel aus Italien ? aber dazu mehr im zweiten Teil unseres Reports.
Leider war die Bücker 133 Jungmeister von Erich Reichart nicht im Flugprogramm zu sehen. Der Altmeister aus der deutschen Oldtimerszene hatte an dem Jubiläumswochenende das Flugprogramm in seiner Verantwortung - da blieb keine Zeit für eigene Darbietungen.
Die gelbe Harvard D-FRCP aus der Haltergemeinschaft um Georg Raab trat gemeinsam mit der gelben Stearman Kaydett auf - die Maschinen sind fast an jedem Sommerwochenende irgendwo auf Tour und begeistern mit dem routinierten Kunstflugprogramm Alt und Jung auf Flugtagen.

Der Fieseler Storch D.EVDB ist der berühmteste Oldtimer am Platze. Seit seinem Erstflug im letzten Jahr nach mühevoller Restauration ist die Maschine vom Motorenspezialist Dirk Bende bereits mehrfach aufgetreten. Das Publikum ist immer wieder fasziniert von der Langsamflugeigenschaft der Maschine.

Dirk Bendes Betrieb www.motobende.de feiert in diesem Jahr das 10-jährige Bestehen. Auch aus diesem Grund kamen einige Oldtimerbesitzer zum Fest nach Hangelar - denn schließlich ist schon so mancher Motor der Teilnehmer durch die professionellen Hände des Spezialisten aus Königswinter gegangen.
Über die Flotte der Quax-Flieger haben wir ja bereits mehrfach berichtet. In Hangelar tauchten sie fast mit der kompletten Flotte auf und flogen im Korso vor den Zuschauern. Der besondere Liebling ist natürlich der frisch renovierte Stieglitz D-ENAY.
NICHT renoviert, sondern im originalen Zustand befindet sich die Stampe D-EQXB. Die Originalität macht die Maschine aus belgischer Produktion aber umso wertvoller für die Oldtimergruppe.
Ein moderner Tiefdecker unter all den alten Maschinen - Im Gegenteil, Hans Klemm hat die elegante Klemm 107 bereits 1940 konstruiert. Die meisten Exemplare wurden aber erst in den fünfziger Jahren gebaut. Die Quaxe sind stolzer Besitzer einer der frühen Klemm 107B mit schmalem Fahrwerk. Von dieser Version wurden lediglich 26 Exemplare hergestellt, bis die modifizierten Muster auf den Markt gekommen sind.
Die DHC.1 Chipmunk war der Trainingsnachfolger der berühmten DH-82 Tiger-Moth. Zehntausende Militärpiloten lernten weltweit ihr Handwerk auf dem Zweisitzer. Die D-EPAK ist in der klassischen RAF-Lackierung gehalten.

Für die wahren Oldtimerfans war das der absolute Star der Veranstaltung. Peter Holloway hat seine Flugzeugsammlung normalerweise im englischen Old Warden bei der Shuttleworth Collection untergebracht. Aber da er Mitglied bei den Quax-Fliegern ist und mit Dirk Bende bereits erfolgreich zusammengearbeitet hat, ließ er es sich nicht nehmen, seine Miles Falcon erstmals in Deutschland vorzuführen.

Die Maschine aus den dreißiger Jahren ist übrigens eine von nur drei erhaltenen Exemplaren weltweit!
Was ausschaut wie eine nette Plauderrunde unter Piloten ist das Briefing zum Oldtimercorso. Da muss schon so Einiges abgesprochen werden, auch wenn das Ergebnis für die Zuschauer so ausschaut, als ob die Piloten irgendwie so locker hintereinander herfliegen.
So locker hintereinander herfliegen gab es nämlich nicht. Peter Holloway als Leader in der Miles und die beiden anwesenden Chippies führten den Corso in enger Formation an. Diese Qualität im Formationsflug sieht man in Deutschland nicht alle Tage
Tobias Ruppel und Hendrik Gels von den Quax-Fliegern sind während der Woche Berufspiloten großer Verkehrsflugzeuge und fliegen die historischen Maschinen in der Saison auf einigen Veranstaltungen vor - und die Präzision der Beiden kann sich wirklich sehen lassen!
Die farbenfrohe Stearman des www.thestoryteller.nl nahm nicht am Flugprogramm teil - die Story wurde am Boden erzählt und begeisterte besonders die jungen Besucher in Hangelar. Nehmen Sie sich die Zeit und tauchen ein in die Welt des Storytellers aus den Niederlanden!
Weniger lyrisch geht es weiter mit dieser Stearman: Peggy Krainz und Friedrich Walentin sind weithin bekannt mit ihrer immer wieder beeindruckenden Wing-Walking Darbietung.

Rundflüge gab es natürlich auch. Zwar ist die Junkers Ju 52 HB-HOY unter dem Dach der schweizer Ju-Air geschlüpf - ihre Homebase ist aber der Flughafen Mönchengladbach. Infos zur deutschen Sektion der Schweizer finden Sie unter www.ju52rundflug.de

Die Homebase der Antonow An-2 D-FKMA ist Hangelar. Zwar ist das Rundflugvergnügen in dem Doppeldecker nicht ganz so exklusiv die das in der Ju 52, dafür sind die Ticketpreise aber auch erschwinglicher.

Ein Warbird mit dem richtigen Sound musste einfach sein, da sollen sich die miesepetrigen Fluglärmgegner halt für einige Minuten die Ohren zuhalten.

Frederic Vormezeele gehört zu den bekanntesten Warbirdpiloten in Europa und ist mit der P-51 Mustang "Old Crow" fast an jedem Wochenende unterwegs.
Eingangs erwähnten wir, dass viele der Teilnehmer Verbindungen zum Motorspezialisten Dirk Bende haben - so auch Frederic Vormezeele. Er hat mit seinem Vater eine interessante Warbirdsammlung aufgebaut, und darunter befindet sich auch das Projekt einer langnasigen Focke-Wulf Fw 190. Jetzt dürfen Sie einmal raten, wer den JUMO 213A für dieses ambitionierte Projekt restauriert hat.
Beim Flugplatzfest gab es natürlich auch lautlose Attraktionen. Der Doppelsitzer "Condor IV" wurde nach Wiederzulassung des Segelflugzeugbaus 1951 von Heini Dittmar aus dem Leistungseinsitzer Condor aus den dreißiger Jahren entwickelt. Er hatte eine Gleitzahl von 30. Das bedeutet, dass die Piloten aus 1000 Meter Höhe 30 Kilometer weit fliegen konnten, ohne auf erneute Thermik angewiesen zu sein.
Etwas gemächlicher geht es in der Slingsby T.21 Sedbergh zu. Das Muster wurde in England nach dem Krieg entwickelt und diente lange zur Anfängerschulung bei den "Aircadets". Augenfällig ist das offene Cocpit und die Sitzanordnung nebeneinander. Mittlerweile fliegen auch einige Exemplare bei deutschen Klassikervereinen.
Etwas unorthodox schaut die Fauvel AV-22 aus den fünfziger Jahren aus. Auf jeden Fall ist der Flieger mit 16,40 m Spannweite und einer Länge von 5,00 m und den schicken gelben Flügeln ein Hingucker.
Wesentlich eleganter kommt der Hochleistungssegler Minimoa aus den dreißiger Jahren daher. Von dem Muster fliegen weltweit lediglich noch zwei Exemplare. Die D-8064 kam aus Aventoft an der dänischen Grenze ins Rheinland.
Hier geht's weiter zu >>>Teil 2
 

 

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