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50th National Championship Air Races and Air Show 2013, Reno

- von Jan Peters -

2013 hatten die Reno Air Races ihr 50. Jubiläum.

Leider gab es bei den Unlimiteds nur 14 Teilnehmer, weil nach Änderungen in Organisation und Preisgeldverteilung die Teilnahme für diejenigen, die nicht zu den allerschnellsten gehören, schlichtweg zu teuer wurde. Auch gab es Änderungen am Reglement, die zwar der Sicherheit dienen sollten, aber nicht aus Sicht aller Piloten dazu geeignet waren. Wer glaubte, dass die Veranstaltung damit unattraktiv für die Zuschauer wurde lag jedoch falsch. Natürlich war die Anzahl der Rennen der Unlimited-Klasse geringer als sonst, aber die Créme de la Créme der stark modifizierten Warbird Racer war zugegen und gab alles. Die Sport Class verzeichnete sogar mit 28 Flugzeugen das bisher größte Teilnehmerfeld. Und alle drei anderen Klassen Formula 1, Biplanes, T6 und Jets waren auch durchweg bunt und spannend. Auch das Rahmenprogramm war wie jedes Jahr gut gemischt. Breitling als Hauptsponsor unterstützte z.B. reichlich spektakulären Kunstflug und die zivile Jet-Formation "Patriots" zauberte eine sehr sehenswerte Show in den Himmel.

Aber nun erstmal zu größten Publikumsmagneten, den Unlimiteds:

Nachdem Tiger Destefani erklärt hatte seine P-51D Strega nicht mehr (auf eigene Kosten) an den Reno Air Races teilnehmen zu lassen, hatte Steve Hinton jr. - der Champion der letzten 4 Jahre - sich das Cockpit von Bob Buttobs Voodoo sichern können. Matt Jackson gelang es jedoch Sponsorengeld aufzutreiben und Tiger's "Strega" an den Start zu bringen. Nun saß er also erstmals im nachweislich schnellsten Unlimited-Racer der letzen Jahre. Matt Jackson ist als exzellenter Pilot bekannt und schon viele Jahre dabei, konnte jedoch noch nie das Unlimited Gold gewinnen. Nun standen die Sterne günstig und alles sah erfolgversprechend für ihn aus.

Aber Reno ist ja auch immer Drama! Stregas Testflüge verliefen makellos und Matt Jackson war guter Dinge, sich für den Anfang in der Liste der Qualifier ganz oben platzieren zu können. Doch dann verabschiedeten sich im Anflug auf seine Qualifyingrunde leider weite Teile des Plexiglases der Cockpithaube von Strega. Drama Baby ! Bei einer IAS von 500 mph (!) sicher keine schöne Erfahrung, die Matt Jackson zum Glück mit nur wenigen Kratzern überstand, so dass er zwar sicher landen aber keine Qualifikationsrunde vollenden konnte. Das bedeutete, dass Strega im Silver-Heat-Race am Freitag vom letzten Platz starten musste, wogegen sich Steve Hinton mit Voodoo mit gut 492 mph aus der Qualifikation bereits die Pole-Position im Gold-Heat-Race am Samstag gesichert hatte. Um mit Strega ins Gold-Heat-Race am Samstag aufzusteigen, hätte Matt Jackson das Rennen am Freitag gewinnen müssen. Und er gab auch mächtig Gas. Rasch waren alle anderen überholt, etliche davon sogar überrundet und Strega kam als erste ins Ziel. Das war wirklich spektakulär. Aber dann kam es: Disqualifikation ! Mehr Drama Baby! Matt Jackson hatte eine der inzwischen sehr knapp gelegten äußeren Begrenzungslinien des Rennkurses überflogen. Um überhaupt noch im Breitling Unlimited Gold Race am Sonntag teilnehmen zu dürfen, gab es also nur noch eine einzige Chance: Einen Sieg im Silver Heat Race am Samstag. Und so kam es dann auch: Matt Jackson startete mit Strega vom letzten Platz, überholte und überrundete alle anderen und gewann.

In diesem Rennen erwischte Brent Hisey einen Dead Line Cut und statt einem Startplatz im finalen Gold Race wartete nun erstmal der letzte Startplatz im Silver auf Miss America. Mit einem souveränen Sieg im sehr spannenden Silver Race am Sonntag sicherte sich Brent Hisey auch noch einen Platz im finalen Breitling Unlimited Gold Race. Und dies ist die Liste der Teilnehmer im schnellsten Motorsportrennen der Welt: 1 .Steve Hinton in Voodoo 2. Sherman Smoot in Czech Mate 3. Stewart Dawson in Rare Bear 4. Thom Richard in Precious Metal 5. Brian Sanders in Dreadnought 6. Curt Brown in Sawbones 7. Matt Jackson in Strega 8. Korey Wells in Argonaut und 9.Brent Hisey in Miss America. Vielfältiger und hochkarätiger kann ein Teilnehmerfeld wohl kaum sein. 4 sehr unterschiedliche P-51 Mustangs, eine davon mit Rolls- Royce Griffon-Motor mit zwei gegenläufigen Propellern hintereinander, jeweils eine schwer getunte Yak-11 sowie F8F-2 Bear Cat und drei Sea Furies, mit unterschiedlichen Motoren (R-2800, R-3350, R-4360).

Vom siebten Startplatz aus begann Stregas Aufholjagd. Diese führte bis zum zweiten Platz - an Voodoo war kein Vorbeikommen und Steve Hinton verteidigte erfolgreich seinen Titel.

Dritter wurde Czech Mate. Eine super Leistung von Sherman Smoot, sich mit der relative kleinen Yak vor den deutlich stärkeren Rare Bear und Dreadnought zu platzieren.

Ebenfalls auf großen Beifall stieß Thom Richards Erfolg, genau zwischen den beiden vorgenannten Unlimited-Legenden auf den fünften Platz zu fliegen. Thom Richard, und die Crew von Precious Metal haben sich zu echten Publikumslieblingen entwickelt. Das liegt sicherlich nicht unbedingt nur an den schönen Fotos aus der Breitling-Werbung - aber umso mehr daran, dass aus diesem Team stets sehr offen über die Vorbereitungen auf die Rennen, Flugzeugmodifikationen u.s.w. berichtet wird und der Umgang mit Fans und Gästen immer besonders freundlich ist.

Soviel zu den Unlimiteds. Fünf weitere Klassen waren am Start und in allen gab es tolle Rennen zu sehen.

Insbesondere in der Formula One geht es immer sehr spannend zu. Wie bei den Biplanes gibt es hier keinen fliegenden Start, sondern das Rennen beginnt bereits auf der Startbahn. Sieger wurde dieses Jahr der Schweitzer Vito Wyprächtiger in Scarlet Screamer vor dem Gewinner der Vorjahre Steve Senegal in Endeavor. 2013 war das erste Jahr für Elliot Seguins neue Wasabi. Und das verlief gleich sehr erfolgreich mit einem Sieg im Silver-Heatrace am Freitag und der Teilnahme am Goldrace.

Bei den Biplanes gewann - wie üblich - erneut Tom Aberle mit Phantom. Dieses Mal mit über 50 mph Geschwindigkeitsvorsprung auf den zweiten Platz. Er war schneller als die Sieger in der Formula One und der auf einem weniger engen Kurs fliegenden T-6-Klasse, Mit dem Tempo hätte er auch im Bronze-Rennen der Sport Class einen Podestplatz erreicht.

Bei den T-6en flog Vorjahressieger Nick Macy in Six Cat die schnellste Runde der Qualifikation. Leider ereilte ihn nach drei Runden seines ersten Rennesn ein kapitaler Motorschaden. Sieger wurde Dennis Buehn in der der fast genauso schnellen Midnight Miss III.

Bei den Jets waren 2013 L-29 Delphin, L-39 Albatros und IS-11 Iskra vertreten. Sieger wurde Pete Zaccagnino in Just Lucky. Er war damit der schnellste Teilnehmer der gesamten Veranstaltung und erreichte bei jedem Flug eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 500 mph.

Das größte Teilnehmerfeld gab es in der Sport Class. 28 Flugzeuge waren hier am Start. Leider fehlte die NXT Relentless aufgrund eines wenige Tage zuvor erlittenen Motorschadens. So musste Kevin Eldredge leider zuschauen, statt mit Jeff Lavelle und John Parker um den Sieg zu kämpfen. Lavelle schafte es stets, vor Lokalmatador Parker in der Thunder Mustang Blue Thunder II ins Ziel zu kommen. Lavelles unglaublich schnelle Glasair III war dabei 100 km/h schneller als die die nächstschnellste Maschine dieses Typs und wäre für einen achten Platz im Unlimited Gold Race gut gewesen.

Besondere Highlights im Rahmenprogramm der Rennen waren die Vergabe der Neil A. Armstrong National Aviation Heritage Trophy unter mehr als 30 wunderschön restaurierten Oldtimern sowie die Vorführungen des South California Wing der Commemorative Air Force (CAF), die Bearcat, Hellcat, Spitfire, Zero, Mustang und eine Tiger Cat mitbrachten, welche in verschiendenen Kombinationen oder auch alle zusammen in der Luft und am Boden zu bestaunen waren.

Die nächsten Reno National Championship Air Races sind für den 10.-14. September 2014 geplant. Interessierten Besuchern können wir jedoch nur empfehlen, bereits einige Tage vorher anzureisen um auch die letzten Vorbereitungen der Teams und die Qualifikationen live zu erleben.

Alle Bilder Copyright Jan Peters und Frauke Feser.

 

 

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