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Vom Schulgleiter zur Concorde

(Auto & Technik Museum Sinsheim)

- von Stefan Schmoll -

Im beschaulichen Sinsheim zwischen dem Hockenheimring und Heilbronn ist in den letzten 25 Jahren aus bescheidenen Anfängen Europas größtes privates Technik Museum entstanden.

2006 ist für das Auto & Technik Museum Sinsheim ein besonderes Jahr. Vor 25 Jahren eröffnete das Museum seine - damals noch überschaubaren - Pforten. Aus 3.000 m2 Hallenfläche sind 30.000 m2 geworden. Und aus einigen hundert Ausstellungsstücken wurden mehr als 3.000. Neben 300 Oldtimern, 200 Motorrädern, 22 Lokomotiven und unzähligen Militärfahrzeugen, Dampfmaschinen und Kirmesorgeln umfasst die Sammlung derzeit mehr als 60 Luftfahrzeuge. Mit einer Million Besucher pro Jahr ist das Museum eines der besucherstärksten in ganz Europa.

In den letzten Jahren machte das Museum besonders durch die spektakulären Neuerwerbungen Concorde und Tupolev Tu-144 auf sich aufmerksam. Bereits aus einigen Kilometern Entfernung sind die beiden Überschallverkehrsflugzeuge von der Autobahn aus zu sehen - und steigern so die Vorfreude auf den Besuch.

Reine Technikfreaks und Luftfahrtpuristen finden das Museum möglicherweise zu schrill. Gerade im Außenbereich lautet die Sinsheimer Devise: Hauptsache BUNT. Da wurde bei einigen Flugzeugen auch mal historisch nicht ganz korrekt in den Farbeimer gegriffen. Aber die Besuchermassen geben dem Konzept recht. Und nur ein wirtschaftlich erfolgreiches Museum kann auch Großprojekte wie die einzige Tupolev Tu-144 in einem westlichen Museum stemmen!

Infos Auto & Technik Museum Sinsheim: Tel.: (07261) 9299-0
Anschrift: Fax: (07261) 9299-62
Museumsplatz 1 E-Mail.: info@technik-museum.de
74889 Sinsheim Internet: www.technik-museum.de
Außengelände Es ist schon sehr beeindruckend, was die Sinsheimer auf dem Hallendach geparkt haben. In der Bildmitte haben wir ein Rotorblatt der GROWIAN (Große Windkraftanlage), die Anfang der Achtziger an der Nordsee aufgebaut war.
Überschalljets Das Auto & Technik Museum ist weltweit der einzige Ort, wo die beiden Überschallverkehrsflugzeuge Concorde und Tupolev Tu-144 zu besichtigen sind.
Concorde Nach dem tragischen Absturz in Paris am 25.07.2000 war das Karriereende der Concorde besiegelt. Die verbleibenden Maschinen wurden an Museen auf der ganzen Welt abgegeben. Die F-BFVB landete am 24.06.03 auf dem Flughafen Karlsruhe/Baden Baden und wurde in einer spektakulären Aktion nach Sinsheim gebracht.
Tu144 Die Sowjets hatten den Wettlauf um den Erstflug gewonnen: Am 31.12.1968 erhob sich der Prototyp der Tupolev Tu-144 (Concorde 2.3.69) zum Erstflug. Leider blieb auch die Tu-144 nicht vor Abstürzen verschont. 1973 stürzte eine Tu-144 während der Vorführung beim Pariser Aero Salon ab. Die Tu-144 flog lediglich 7 Monate im regulären Flugbetrieb zwischen Moskau und Alma Ata. Auch hier bedeutete ein weiterer Absturz im Sommer 1978 das Ende des Lininedienstes.
CL215 Die Canadair CL-215 ist die neueste Errungenschaft des Museums. Sie wurde in Frankreich zur Waldbrandbekämpfung am Mittelmeer eingesetzt.
Canberra Noch immer sind einige English Electric Canberra bei der Royal Air Force als Aufklärer im Dienst. Auch die indische Luftwaffe hat noch aktive Canberras. In den Siebzigern flogen drei Maschinen als Vermessungsflugzeuge für die Bundeswehr. Hierzu erhielten sie diesen orangfarbenen Signalanstrich.
MiG-21 Diese Mig-21 SPS ist die ehemalige NVA 861 und wird gerade neu - und recht farbenfroh - lackiert. Das macht in der Nähe des Sinsheimer Kinderspielplatzes natürlich mehr her als Olivgrün. Na ja, wenigstens schützt die Farbe vor Rost.
MiG-23 Die Mig-23 sollte die Mig-21 ersetzen und flog erstmals 1967. Durch den Schwenkflügel war die Maschine gerade in der Bomberausführung gut für kurze Start- und Landebahnen geeignet. Bei der NVA wurden beide Typen bis 1989 eingesetzt. In Sinsheim ist die Mig-23 ML NVA550 zu sehen.
IL-18 Das Sinsheimer Museum nutzte die Wendezeit und begann frühzeitig, sich Maschinen aus dem damaligen Ostblock zu sichern. So kam diese Iljuschin IL-18 bereits 1990 aus der Tschechoslowakei nach Sinsheim.
H-21 Die Piasecki H-21 flog bei der Bundeswehr als 83+17. Derzeit ist sie im Lager des Museums abgestellt. Rechts ist die Cocpitsektion eines Boeing 747 Jumbo Jets zu sehen.
Ju 52 Leider ist diese Ju 52 ganzjährig der Witterung ausgesetzt. Aber die beiden Schwesterflugzeuge sind gut konserviert in der Luftfahrthalle.
Ju 87 In Deutschland ist leider keine komplette Junkers Ju 87 erhalten geblieben. Das Sinsheimer Wrack wurde 1989 aus dem Mittelmeer vor St.Tropez geborgen.
Ju 52 Die fliegende Junkers Ju 52 `D-AQUI´ der Lufthansa hat in Sinsheim eine Schwester. Hier handelt es sich um die CASA 352L T.2B-209. Diese Maschine diente in den Achtzigern in Spanien als Werbung für ein Restaurant in Plasencia.
Ju 88 Diese Junkers Ju 88 landete im Krieg auf einem zugefrorenen schwedischen See und das Cockpit wurde von der Besatzung gesprengt. Die fehlenden Teile wurden nach der Bergung 1986 von der Museumswerkstatt `ergänzt´. Ich glaube, der Museumsleitung ist diese `Restaurierung´ heute peinlich, denn sonst hätte man hier sicher einmal abgestaubt!
Ju 52 Alle drei Junkers Ju 52 in Sinsheim stammen aus spanischem Lizenzbau. Die T.2B-275 stand jahrelang in England herum und trägt jetzt eine recht originelle Luftwaffenlackierung.
Fw 190 Für den Nachbau der Focke Wulf Fw 190 wurden auch Originalteile verwendet.
Bf 109 In den siebziger Jahren wurde die in Spanien gebaute Bf 109 von der TH Aachen mit einem Daimler Benz Motor wieder auf deutschen Standard gebracht.
Bf 109 Die Hispano HA-1112 gehörte zu den Maschinen, die 1969 nach ihrer Karriere bei der spanischen Luftwaffe im berühmten Film `Die Luftschlacht um England´ mitgespielt haben.
Bü 181 Die Bücker 181 wurde im zweiten Weltkrieg zur Schulung und als Verbindungsflugzeug eingesetzt. Den zahlreichen Lizenzen (u.a. Schweden, Tschechien, Ägypten) ist es zu verdanken, dass in Deutschland derzeit noch mehr als 20 Maschinen vorhanden sind. Die HB-USE wurde bei Zlin gefertigt.
He 111 Auch diese Heinkel He 111 ist eine in Spanien gebaute CASA 2.111B. Als Motoren hatte man britische Rolls Royce Merlin benutzt. Noch bis Ende der Sechziger wurden diese Maschinen dort als Bomber und Transporter genutzt.
Fieseler Storch Der hier gezeigte Fieseler Storch (MS-500) hing früher im Terminal des Frankfurter Flughafens als `D-EMIL´. An der Hallenwand hängt zusätzlich noch ein aufgeschnittener Tragflügel eines weiteren Storches.
Kurier KEIN Fieseler Storch, sondern das 1953 im damaligen Jugoslawien erbaute Verbindungsflugzeug Ikarus Kurir ist hier in der pseudo Luftwaffenkennung `PT+TP´ zu sehen. Von den 166 gebauten Maschinen sind nur wenige erhalten. In Slowenien wurde vor einigen Jahren eine (YU-DAM) flugfähig restauriert.
C-3605 Die C-3605 wurde in der Schweiz bis in die späten Achtziger als Zieldarsteller eingesetzt. Diese Maschine diente als Ersatzteilspender für die D-FOXY, die bis zu ihrem Unfall vor einigen Jahren von Speyer aus geflogen ist.
Pou du Ciel Der Franzose Henry Mignet wollte in den dreißiger Jahren mit seiner Pou du Ciel (Himmelslaus) ein für Jeden nachbaubares und preisgünstiges Sportflugzeug erschaffen.
Huebner Eindecker Die älteste Originalmaschine in Sinsheim ist der 1911 von Dr. Hugo Hübner in Mosbach gebaute Eindecker..
Huebner Muecke Ebenso hängt die `Hübner Mücke´ aus den dreißiger Jahren in der Haupthalle des Museums.
G-91 Insgesamt wurden 270 Exemplare der Fiat G-91 R/3 bei Dornier in Lizenz gefertigt. Der Typ wurde bei der Luftwaffe als Aufklärer und Erdkampfflugzeug eingesetzt.
DH 112 Gleich drei de Havilland DH-112 Venom der schweizer Flugwaffe sind in den weitläufigen Hallen zu sehen.
S-58 Die Sikorsky S-58G D-HAUF flog früher bei der MERAVO Luftreederei und gehört zu den ersten Luftfahrzeugen der Sammlung. Die Schwestermaschine D-HAUG wird noch immer - zur Zeit in Heereslackierung `PJ+366´ - auf Flugtagen in Deutschland präsentiert.
Ka 26 Der Kamov Ka-26 Hubschrauber flog erstmal 1965. In erster Linie wurde er als Agrarhubschrauber eingesetzt. Seine beiden Wedenejew Kolbenmotoren haben 325 PS und verliehen dem Hubschrauber die überschaubare Höchstgeschwindigkeit von 170 km/h.
SG 38 Vom Schulgleiter SG-38 wurden in den dreißiger Jahren Tausende in deutschen Fliegergruppen hergestellt. Aber nur wenige wurden verkleidet wie die ausgestellte D-8182.
Blanik Die tschechische Blanik zeigt eindrucksvoll, dass erfolgreiche Segelflugzeuge nicht nur aus Holz oder Kunststoff, sondern sogar aus Aluminium bestehen können.
DB 610 Der DB 610 Doppelmotor besteht aus zwei gekoppelten DB 601 und war für den Bomber Heinkel He 177 Greif vorgesehen. Weltweit existieren in Museen lediglich noch sechs Exemplare.
Merlin Der Rolls Royce Merlin ist einer der meist gebauten Flugzeugmotoren im zweiten Weltkrieg gewesen. Unter Anderem wurden die britischen Jäger Spitfire und Hurricane sowie der Bomber Avro Lancaster mit ihm ausgerüstet.
 

 

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