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Fleet Air Arm Museum, Yeovilton

- von Damian Güttner -

Im Südwesten Englands, nahe Bristol, in der Grafschaft Somerset, befindet sich das Yeovilton Fleet Air Arm Museum. Yeovilton ist von Dover aus mit dem Auto gut zu erreichen. Teilweise führt der Weg über die Autobahn, zum Teil fährt man über die wunderschöne Landschaft und kleine Dörfer Südenglands.

Das Museum befindet sich auf einem Militärflugplatz, auf dem Schulmaschinen und Sea King Mk 4, Lynx Mk 3, Mk 8 und Lynx AH Mk 7 Hubschrauberstaffeln stationiert sind. Der Flugplatz befindet sich in Betrieb, so bietet sich die Gelegenheit, das Treiben auf dem Vorfeld zu beobachten.

Das Museum ist für die Fans der englischen Marinefliegerei fast schon ein Muss! Für ein Museumsbesuch sollte man ca. 5 Stunden einplanen. Was der Besucher dann für 4 Pfund Eintritt zu sehen bekommt, ist einfach traumhaft - sowohl in Bezug auf den Aufbau des Museums als auch was die Exponate betrifft. Das Museum befasst sich mit der englischen Marinefliegerei von Anfang an, beginnend mit der Short 527, dem erstem Flugzeug mit Druckpropeller, das auf einem englischen Schiff gelandet ist, bis zum heutigen Sea Harrier.

Die Ausstellung verteilt sich auf vier Hallen die nach verschiedenen Themen angeordnet sind. Aus einer Halle hat der Besucher die Möglichkeit durch eine große Glasscheibe den Restauratoren in der Restaurierungswerkstatt über die Schulter zu schauen.

Das große Highlight des Museums befindet sich in der Halle 3. Um in diese Halle zu gelangen, muß der Besucher in einen Westland Wessex HU 5 Hubschrauber einsteigen, dann schließt sich die Schiebetür automatisch und der "Start" zum nächsten Einsatz beginnt. Nach kurzem Flug mit ordentlichem Rütteln und authentischer Geräuschkulisse landet der Hubschrauber auf dem originalgetreu nachgebildeten Deck eines Flugzeugträger samt Brücke und funktionsfähigem Katapult, auf dem später eine McDonnell Douglas Phantom FG1 mit ordentlich Dampf gestartet wird! In dieser Halle werden auf einer großen Videoleinwand Starts und Landungen verschiedener Maschinen bei Tag und bei Nachteinsätzen gezeigt. Von der Brücke aus bekommt der Besucher das Gefühl, auf einem echten Träger zu sein. Sehr sehenswert !

Wie es in allen englischen Museen üblich ist, hat auch das Fleet Air Arm Museum einen sehr gut sortierten Museumsshop, in dem man viel Geld liegen lassen kann. Und auch für das leibliche Wohl ist gesorgt, inmitten des Museums befindet sich ein kleines Restaurant.

Damian Güttner und das Team von AirVenture bedanken sich bei den Verantwortlichen des Fleet Air Arm Museum für die freundliche Unterstützung. Die offizielle website des Fleet Air Arm Museum finden Sie hier: www.fleetairarm.com

Der Haupteingang ins Museum. Die Außenwände des Museums wurden sehr gut genutzt, indem man sie mit Bildern bedruckt hat. Vor dem Museum befinden sich sehr viele kostenfreie Parkplätze.
Die Anfänge des Flügelklappmechanismus. Wie einfach das bei den ersten Flugzeugen war, verdeutlicht der Flügel dieser Supermarine Walrus.
Eine wunderschöne Replika der Short S27 aus dem Jahr 1910. Das ganze Flugzeug besteht aus Holz, ist mit Stoff bespannt und zusätzlich mit Spanndrähten verspannt. Als Triebwerk hat die Maschine ein restauriertes aber nicht lauffähiges Orginaltriebwerk bekommen.
Es werden im Museum auch verschiedene Wracks gezeigt, unter anderem dieses Wrack eines Short 184 Doppeldeckers. Diese Maschine war seit 1917 im Bestand des Imperial War Museums und wurde 1940 bei einem deutschen Bombenangriff auf London zerstört. Beachtenswert ist, wie gut die Holzkonstruktion erhalten ist.
Die Ausstellungshallen präsentieren sich sehr sauber. Jede Halle ist einem bestimmten Thema gewidmet. Hier ist die Halle 1 mit der Replika einer Sopwith Pub und einer Supermarine Walrus zu sehen.
Die Sopwith Pup von vorne mit der blank polierten Motorhaube. An der Flügelverstrebung ist das Staurohr zur erkennen.
Eine sehr gut gelungene Replika der Sopwith Pup. Die Maschine wurde von der EMK Aircraft (Skysport Engineering) gebaut und und hatte am 12.4.1983 in Old Warden den Erstflug absolviert.
Der Flügel-Faltmechanismus der Fairey Firefly. Bei längerer Standzeiten der Maschinen wurden die Flügel mit einer Strebe zum Rumpf gesichert. Beachtenswert ist, dass dieser Typ die gleichen Cockpitschiebehauben verwendet hat wie die Spitfires und Mustangs Mk IV.
Die gefalteten Flügel der Supermarine Walrus. An den Haken in den Flügeln wurde die Maschine am Kran eingehängt und konnte aus dem Wasser herausgehoben werden. Die Fußabdrücke markieren den begehbaren Bereich der Tragfläche. Beachtenswert sind auch die Reparaturflicken.
Durch den Trägereinsatz des Typs mußte das Fahrwerk groß und robust gebaut werden. Dadurch sind auch die Fahrwerksklappen groß und in zwei Teile geteilt.
Ein Blick auf das Cockpit der Walrus. Die sehr steil stehende Frontscheibe macht deutlich: In Sachen Aerodynamik lag vor den Konstrukteuren noch ein weiter Weg.
Eine British Aerospace Sea Harrier FA2 darf in der Sammlung natürlich nicht fehlen. Diese Maschine mit der Kennung XZ499 hat Kampfeinsätze in verschiedenen Einheiten erlebt, wurde im Falklandkrieg eingesetzt und am 8.6.1982 hat Lt/Cdr Smith mit einer AIM 9 L eine A-4B mit der Kennung C-204, vom 5 Sqd. abgeschossen.
Die Hubschrauberflotte darf auch nicht fehlen. Hier eine sehr gut erhaltene Westland Dragonfly HR5 mit der Kennung VX595. Der Erstflug dieses Typs war am 18.6.1949, am Steuer saß Ken Reed. Am 13.1.1950 kam diese Maschine zur 705 NAS Sqd. Bis 1990 war die Maschine bei verschiedenen Einheiten und Schulen im Einsatz. Im November 1998 kam sie ins FAA Museum. Die andere Maschine ist ein Westland Sea King U-Bootjäger. Im April 1982 nahm sie an Bord des Trägers HMS Invincible am Falklandkrieg teil. Am 2.6.1982 konnte die Besatzung dieses Hubschraubers einen abgeschossenen Harrierpiloten aus dem Meer bergen.
Der geräumige Fahwerkschacht der Fairey Firefly. Man beachte auch die Dicke der Tragflächen. Unter dem Rumpf sind die beiden Katapulthaken zu sehen.
Mit dieser Maschine wurden am 9.1.1942, unter Eskorte von Spitfires aus St Eval, vier Irische Staatsangehörige aus Cherbourg ausgeflogen uns sicher nach Irland gebracht. Als Triebwerk hatte die Maschine einen Bristol Pegasus mit 775 PS.
Einsatzmarkierungen unter der Cockpithaube. Diese Maschine war jedoch nicht im Kampfeinsatz, vermutlich sind es Markierungen für Schulungseinsätze.
Die großen Unterflügelschwimmer der Walrus wurden aus Gründen der Stabilität zusätzlich mit Stahldrähten verspannt. Im Flug konnte der Schwimmer nicht eingeklappt werden.
Eine schöne, glänzende Westland Lynx HAS3 mit der Zulassungsnummer XZ699. Dieser Typ hatte den Erstflug 1980 als HAS 2. Ab 5.11.1986 wurde diese Maschine in RNAS Yeovilton umgebaut zur HAS 3, was dazu geführt hat, dass der Hubschrauber später bei vielen Einheiten im Einsatz stand bevor er 2004 schließlich ins Museum kam.
Eine wunderschöne Fairey Firefly FR IV mit der Kennung VH 127. Die Firefly hatte das große Rolls Royce Griffon Triebwerk mit einer Leistung von 2400 PS installiert. Die ausgestellte Maschine hat ein bewegtes Fliegerleben hinter sich. Sie wurde bei sehr vielen Sqd. eingesetzt und 1962 wurde beschlossen das die Maschine als Museumsexponat erhalten bleibt.
Die ungewöhnliche Westland Dragonfly HR5 von vorne. Durch das fast vollständig verglaste Rumpfvorderteil, war die Sicht sehr gut. Zur Platzersparnis konnte man die Rotorblätter zusammenfalten.
Hier geht es weiter mit >>>Teil 2
 

 

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