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Aviodrome Lelystad Juli 2017

- von Stefan Schmoll -

Nach unserem letzten Besuch (der leider schon 12 Jahre her ist) http://www.airventure.de/tips_aviodrome.htm hat sich beim Aviodrome in Lelystad wahrlich vieles verändert. Im Jahr 2011 war das Museum insolvent und musste seine Pforten schließen. Ein Jahr später stieg die Libéma Group ein, ein niederländischer Betreiber von Freizeitparks. Und wir müssen schon sagen, dass die Ausstellung - auch in der Preisgestaltung - jetzt ein wenig mehr an einen Freizeitpark erinnert als an das frühere klassische Luftfahrtmuseum! Positiv fallen die zahlreichen gelungenen Nachbauten von nicht mehr existierenden Flugzeugtypen auf, die in den letzten Jahren die Sammlung bereichert haben.

Auf jeden Fall ist das Aviodrome noch immer für Luftfahrtinteressierten eine Reise wert. Aktuelle Informationen finden Sie unter www.aviodrome.nl

Im Aviodrome sind natürlich zahlreiche Fokker-Typen zu besichtigen. Die Erfolgsgeschichte des Flugzeugherstellers begann in Deutschland mit der `Spinne´ aus dem Jahr 1911. Sie war eines der ersten Militärflugzeuge der Luftfahrtgeschichte und rund zwei Dutzend Exemplare waren bei der deutschen Fliegertruppe im Einsatz.
Selbstverständlich ist auch die berühmteste aller Fokker Konstruktionen zu besichtigen - der Fokker Dreidecker wird hier gejagt von einer Nieuport XI. Von den rund 420 gebauten Exemplaren des Dreideckers hat keines die Jahrzehnte überstanden. Tatsächlich war es in erster Linie der Mythos "Roter Baron" und nicht seine Flugleistungen, die für seine Bekanntheit sorgen. Wenn man sich in unserer Szene bewegt, hat man durchaus den Eindruck, dass heute auf der Welt mehr als 420 Nachbauten jeglicher Qualität vom berühmten Dreidecker existieren.
Die Fokker C.V wurde ab Mitte der zwanziger Jahre gebaut und bei zahlreichen Luftstreitkräften von China über einige europäische Länder bis in die Vereinigten Staaten eingesetzt. Als die Deutsche Armee im Mai 1940 in Holland einmarschierte waren noch immer einige Exemplare dieses Aufklärers & leichten Bombers im Einsatz.
Die Fokker S.IV (gezeigt wird ein halbfertiger Nachbau) wurde Mitte der zwanziger Jahre als Trainer konstruiert. Keines der 31 gebauten Exemplare blieb im Original erhalten.
Mit der Fokker F.2 begann kurz nach dem I. Weltkrieg das Zeitalter der zivilen Fliegerei. Konstruiert wurde der Hochdecker noch in Schwerin, wo er 1919 auch zum Erstflug startete. Kurz darauf begann allerdings der Umzug der Fokker Werke nach Holland. Rund zwei Dutzend Exemplare der F.2 wurden bis Mitte der zwanziger Jahre gebaut. Sie konnte sich allerdings nicht wirklich gegen moderne Metallflugzeuge wie die zur gleichen Zeit entwickelte Junkers F13 durchsetzen.

1925 erschien dann das Nachfolgemodell Fokker F.VII, welches in zahlreichen Ländern sowohl in der ein- als auch in der dreimotorigen Version eingesetzt worden ist.

Bekanntheit erhielt die Fokker F.VII durch zahlreiche Rekordflüge und Expeditionen. So flog Richard Byrd am 9.5.1926 erstmals über den Nordpol. Ein Jahr später gelang ein Flug von Kalifornien nach Hawaii und 1928 flog die "Southern Cross" von den Vereinigten Staaten nach Australien.

1947 wurde die Fokker S.-11 Instructor gebaut, um die veralteten Trainer wie de Havilland Tiger-Moth zu ersetzen. Noch heute fliegen einige Exemplare bei Oldtimerliebhabern. Auch die http://www.fokkerfour.nl/ nutzen den Zweisitzer. Die Maschinen sind hier im Aviodrome im T-2 Hangar beheimatet.
Lediglich 21 Exemplare wurden in den fünfziger Jahren von der Fokker S.14 Machtrainer für die Niederländische Luftwaffe gebaut. Bereits Mitte der sechziger Jahre wurde der Typ wieder ausgemustert. Im Aviodrome wird der Prototyp gezeigt.
Seit einigen Jahren steht auch der Nachbau dieser Spijker V.2 in der Sammlung. 78 Exemplare des zweisitzigen Doppeldecker Trainers wurden bei der Niederländischen Luftwaffe bis 1926 eingesetzt.
Die Lockheed Constellation flog bis vor einigen Jahren hier ab Lelystad. Leider konnte der teure Flugbetrieb durch den Betreiberverein aber nicht aufrechterhalten werden, so dass sie jetzt statisch im Aviodrome besichtigt werden kann.
Auch ein Exemplar der berühmten Tante Ju ist zu sehen (der fehlende Flügel ist eingelagert). Die Maschine wird in einem Diorama präsentiert, die die zahlreichen Fallschirmspringereinsätze der deutschen Luftwaffe über Holland während der ersten Kriegsjahre darstellen soll.
In diesem Jahr feiern die Niederländischen Marineflieger ihr erstes Jahrhundert. Aus diesem Anlass kam im Juni dieser Nachbau einer Van Berkel W-A zur Dauerausstellung. Dabei handelt es sich übrigens um den niederländischen Nachbau der deutschen Hansa-Brandenburg W.12 aus dem Jahr 1917.
Neben der hier gezeigten Sikorsky S-51 sind derzeit auch eine Sikorsky S-55, eine MBB Bo 105 sowie eine Bell 204 in der Dauerausstellung des Aviodrome zu besichtigen.

1933 flog erstmals der vom spanischen Ingenieur Juan de la Cierva entwickelte Tragschrauber C.30. Von diesem ersten in größerer Serie gebauten Tragschrauber wurden in den Folgejahren rund 150 Exemplare produziert. Übrigens baute auch Focke-Wulf 30 Exemplare als Fw-30 Heuschrecke. Heute sind ein knappes Dutzend Exemplare in Museen auf der ganzen Welt zu finden. Leider gibt es keinen noch fliegenden Tragschrauber mehr aus den dreißiger Jahren.

Das mit Abstand größte Flugzeug in der Sammlung ist die Boeing 747 der KLM. Der riesige Jumbo-Jet wurde im Winter 2005 auf einer Barke vom Amsterdamer Flughafen Schiphol über die zahlreichen Kanäle nach Lelystad transportiert.
Leider hat die Douglas DC-4 keinen Platz mehr in der Halle gefunden. So langsam blättert die Farbe an der Skymaster ab. Derzeit laufen übrigens Planungen von holländischen Enthusiasten, in Südafrika eine DC-4 wieder flott zu machen und nach Holland zu überführen!
Das mit Abstand größte Ausstellungsstück ist nicht der Jumbo-Jet, sondern der Nachbau des früheren Flughafenterminals von Amsterdam. Von Außen und Innen ist es ein wahres Schmuckstück und ist für mich persönlich das Highlight des Aviodrome.
...Wo sonst kann man noch die Welt der Passagierluftfahrt der zwanziger und dreißiger Jahre so hautnah erleben als hier. Die Abflughalle mit ihren Schaltern und der liebevoll gestalteten Ausstellung lassen die Besucher tief in die historische Luftfahrt eintauchen.
Die Besucher können im T-2 Hangar einen Blick auf die aktuellen Restaurationsprojekte des Aviodrome werfen. Seit einiger Zeit ist hier auch die zweite Douglas DC-3 der Dutch Dakota Association beheimatet und wird wieder auf Vordermann gebracht. Vorne zu sehen sind Saab Safir und Fokker S-12, eine für Brasilien gebaute Variante der S-11 mit Bugrad.
1960 erhielten die Marineflieger 45 gebrauchte Grumman S-2 Tracker von den amerikanischen und kanadischen Marinefliegern. Die Tracker wurde bis 1975 eingesetzt und einige Exemplare wurden an die Türkei weitergereicht. Das hier gezeigte Exemplar wurde bis vor wenigen Jahren von den angehenden Technikern der KLM als Trainingsobjekt genutzt. Im Außenbereich wird eine weitere Tracker in den Farben der niederländischen Marineflieger gezeigt.
Man darf gespannt sein, ob und wann die Douglas DC-2 Uiver wieder in die Luft gehen wird. Zumindest schaut es so aus, dass die Techniker im Aviodrome an dem seltenen Vorläufer der berühmten DC-3 arbeiten.
Auch einige flugfähige Flugzeuge wie die Fouga Magister und die Fokker S.11 haben hier im T-2 Hangar ihre Heimat gefunden.
 

 

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